Bürgermeister Timo Kühn bereitet der zunehmende Mangel an geeigneten Veranstaltungsorten Sorge. „Als ehrenamtlicher Bürgermeister nehme ich viele Termine wahr. Dabei erlebe ich immer wieder, wie wichtig Ehrenamt und Brauchtum für unsere Stadtgesellschaft sind. Deshalb möchte ich eine Debatte darüber anstoßen, wie bestehende Veranstaltungsorte erhalten bleiben oder neue geschaffen werden“, erklärt Kühn.
Der CDU-Ratsherr für Hüls-Nord ist seit gut drei Jahren ehrenamtlicher Bürgermeister der Stadt Krefeld. In dieser Funktion unterstützt er Oberbürgermeister Frank Meyer bei repräsentativen Aufgaben und nimmt zahlreiche eigene Termine wahr. „Vereine, Schützen, Karnevalisten und viele weitere ehrenamtlich Engagierte stehen zunehmend vor der Herausforderung, geeignete Orte oder Räumlichkeiten für ihre Veranstaltungen zu finden. Nachrichten wie die dauerhafte Schließung des Stadtwaldhauses zeigen, dass wir handeln müssen. Gleichzeitig werden Feste unter freiem Himmel durch steigende Anforderungen und Auflagen immer schwieriger. Diese Entwicklung belastet die Vereine und führt dazu, dass Ehrenamtliche ihr Engagement zunehmend hinterfragen. Hier müssen wir als Stadtgesellschaft gegensteuern“, betont Kühn.
Veranstaltungen erfüllten weit mehr als einen geselligen Zweck. Bereits seit der Corona-Pandemie stehe das Veranstaltungswesen unter erheblichem Druck. Der Verlust weiterer Veranstaltungsorte verschärfe diese Situation zusätzlich. „Unsere Vereine sind der Kitt unserer Gesellschaft. Sie bringen Menschen zusammen, schaffen Gemeinschaft und geben vielen das Gefühl, gebraucht zu werden. Das stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und wirkt Einsamkeit entgegen, einem Problem, das nicht nur ältere Menschen betrifft. Der Verlust von Orten des Zusammenkommens wiegt dann schwer“, mahnt Kühn.
Als wichtiges Signal wertet er daher, dass sich die Kooperation aus CDU und SPD darauf verständigt hat, die Situation zu verbessern. „Selbst kleinere Städte und Gemeinden verfügen über Bürgersäle oder vergleichbare Veranstaltungsorte. Das muss auch in Krefeld möglich sein. Dabei dürfe man sich nicht vorschnell auf eine einzelne Lösung festlegen. Ob ein Bürgersaal, multifunktional nutzbare Veranstaltungsflächen oder andere geeignete Konzepte: Unsere Vereine brauchen eine verlässliche Perspektive. Gleichzeitig sollten bestehende Auflagen überprüft, Verfahren vereinfacht und Anforderungen möglichst passgenau angewandt werden. Unser Ziel muss es sein, die Vereine und die vielen ehrenamtlich Aktiven in unserer Stadt spürbar zu entlasten und besser zu unterstützen“, so Kühn abschließend.