CDU spricht sich für Stopp des Ausschreibungsverfahren zum Bau einer neuen Veranstaltungshalle aus

Die CDU-Fraktion spricht sich dafür aus, das Ausschreibungsverfahren zum Bau einer neuen Veranstaltungshalle zu stoppen. „Uns fehlt hier der Wettbewerb um das beste Konzept, den nachhaltigsten Bau und am Ende auch den günstigsten Preis, um Steuergeld zu sparen. Völlig unverständlich ist es, dass die konkrete Ausschreibung nicht vorher mit der Politik abgestimmt wurde“, erklärt Manfred Läckes. Der Rat der Stadt Krefeld hatte beschlossen, den Bau einer neuen Veranstaltungshalle auszuschreiben. Die Ausschreibung ist dann von der Stadtverwaltung vorbereitet und auf den Weg gebracht worden. „Nach Prüfung der Ausschreibungsunterlagen sowie einer Informationsveranstaltung der Verwaltung dazu, sind wir zu dem Schluss gekommen, dass die Ausschreibung nicht dafür sorgt, dass sich im Ausschreibungs-Wettbewerb das beste Konzept durchsetzen kann. Die aktuelle Ausschreibung wird aus unserer Sicht nur dazu führen, dass ein einzelner Anbieter ein Angebot abgibt“, ist sich Kerstin Jensen sicher. Unverständlich ist zudem, warum die Politik künftig nur noch über den Pachtvertrag entscheiden soll, aber nicht über die Gestaltung und das spätere Angebot der Halle. „Es ist nach Eingang der Bewerbungen eine Bewertung nach einem Punktesystem vorgesehen. Über die Bewertung der einzelnen Punkte entscheidet jedoch alleine die Verwaltung. Das kann nicht Anspruch des Rates sein. Wir wollen daher wie bei der Hauptfeuerwache eine Jury, die über die Bewertung entscheidet. In diese Jury sollen Personen aus Verwaltung und Politik sowie Fachleute, die bereits Erfahrung bei der Errichtung von Veranstaltungshallen haben. Das hat bei der Feuerwache gut funktioniert. Alle Aspekte müssen politisch diskutiert werden, und dürfen nicht alleine durch die Fachverwaltung entschieden werden. Hätte man die Ausschreibung im Vorfeld auch noch einmal politisch beraten, gäbe es nun nicht den Punkt, dass wir sagen müssen, dass die Ausschreibung gestoppt werden muss“, erklärt Peter Vermeulen. Für die CDU-Fraktion ist es zudem wichtig, dass nicht nur eine qualitätsvolle Veranstaltungshalle gebaut wird, sondern auch die mögliche Quartiersentwicklung des gesamten Gebietes berücksichtigt wird. Dazu gehört auch die Frage, ob ein Hotel und eine Tiefgarage entstehen soll. „Dies wird jedoch nicht berücksichtigt. Dabei ist es heutzutage Standard, dass Veranstaltungshallen mit Hotels entstehen, um Kongresse zu ermöglichen. Die Anwohner erwarten, dass eine solche Halle nicht zu noch mehr parkenden Autos führt. Deswegen ist für uns eine Tiefgarage sinnvoller als der simple Nachweis von Parkmöglichkeiten in der Nähe“, mahnt Manfred Läckes. Auch die Frage der Gestaltung der Halle muss aus Sicht der CDU neu diskutiert werden. Wichtig ist hier für die CDU eine hochwertige Architektur und die Nachhaltigkeit der Halle. Aus Sicht der CDU liegt hier aber der Teufel im Detail, denn als Entschädigung für eine hochwertige Architektur-Planung sind gerade einmal 20.000 Euro vorgesehen. „Dazu kommen aus unserer Sicht weitere Unstimmigkeiten bei der Ausschreibung. So wird die Einhaltung von TÜV-Vorschriften gefordert. Allerdings gibt es nicht mehr den TÜV, sondern einzelne TÜV-Unternehmen, die keine Vorschriften veröffentlichen. Allein über diesen Punkt könnte es bei Rechtsstreitigkeiten für die Stadt zu unerfreulichen Diskussionen kommen“, beschreibt Jensen. Gleichzeitig wird auch die Corona-Pandemie Auswirkungen auf die Rahmenbedingungen auf den Betrieb solcher Hallen in der Zukunft haben. Der Rat hat allerdings jedoch kaum Einfluss darauf, die Anforderungen zu ändern. „Dabei war das Seidenweberhaus, bei allen Problemen, immer eine “Halle für alle“. Die aktuelle Ausschreibung verhindert jedoch diese Eigenschaft. Wir müssen hier insgesamt über die Anforderungen stärker diskutieren. Für Konzerte wird die Akustik wichtig sein, für Kongresse oder Fachveranstaltungen die Frage der Raumgestaltung. Durch Corona wird es auch für die Zukunft Änderungen im Betrieb geben. Gerade deswegen wäre es wichtig, von den Betreibern Zukunftskonzepte vorgestellt zu bekommen. Der schlichte Nachbau einer Nutzung, wie sie das Seidenweberhaus bot, ist nicht mehr zeitgemäß. Auch die Frage der Nachhaltigkeit des Baus muss neu diskutiert werden. Während bei Neubauten die modernsten Umweltauflagen angewandt werden, sind bei der Nutzung bestehender Gebäude, die wohlmöglich unter Denkmalschutz stehen, weniger Auflagen zu berücksichtigen“, erklärt Peter Vermeulen abschließend.

27.11.2020