Bei einem
Waldspaziergang am Hülser Berg mit dem stellvertretenden
Vorsitzenden des Landschaftsbeirates der Stadt Krefeld, Dr. Paul
Nothers, sowie bei einem anschließenden Informationsgespräch,
erörterten Mitglieder und Gäste der CDU-Fraktion im Rat
der Stadt Krefeld, unter Leitung des Vorsitzenden der Arbeitsgruppe
Umwelt und Energie der CDU-Ratsfraktion, Ratsherr Dr. Peter Krings,
die Entwicklung des Waldes in der Niederrheinstadt. Für die
Unionsfraktion nahmen u. a. der Vorsitzende des Umweltausschusses
im Rat der Stadt Krefeld, Ratsherr Helmut Horn, sowie Ratsfrau
Stefanie Neukirchner an der Veranstaltung teil.
Dr. Nothers führte im Rahmen seines Vortrages aus, der Wald
erfülle eine Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion. Holz könne
auf vielfältige Weise genutzt werden, Bewaldung diene dem
Schutz beispielsweise vor Windschäden und Mensch und Tier
könnten den Wald als Ort der Erholung vom Leben in der Großstadt
erleben. Der stellvertretende Landschaftsbeiratsvorsitzende betonte,
die Kommune engagiere sich zum Wohle der rund 780 Hektar Waldfläche
in Krefeld auf vielfältige Weise: So seien vier Wildgehege
errichtet worden, innerhalb derer Tiere wie Rotwild oder Wildschweine
artgerecht leben könnten und zugleich Wanderern und Spaziergängern
einen Einblick in ihre Gewohnheiten eröffneten. Darüber
hinaus würden allein 65 km Wanderwege und 35 km Reitwege bereitgestellt,
um eine Freizeitgestaltung in der Natur zu ermöglichen. Rund
hundert Bänke in städtischen Wäldern ermöglichten
das Einlegen von Verschnaufpausen, so Dr. Nothers. Der Landschaftsschützer
betonte, dass die Waldnutzer einen aktiven Beitrag zur Sicherung
der Natur leisteten, indem zum Beispiel Reiter über die jährlich
zu entrichtenden Reitabgaben Gebühren erbrächten, die
unmittelbar dem Wald zugute kämen.
Ratsherr Dr. Krings führte aus, die Stadt Krefeld habe in
den vergangenen Jahren viel Wald aufgekauft, zum Beispiel in Oppum
oder auch in Fischeln. Wald werde in Krefeld als lebendiges Kulturgut
verstanden, das zu pflegen eine Aufgabe der Kommune darstelle.
Hierfür würden nicht unerhebliche Finanzmittel aufgewandt,
so Dr. Krings. Der Ratsherr hob die pädagogische Bedeutung
des Waldes für Kinder und Jugendliche hervor. Die eingerichteten
Waldlehrpfade leisteten in diesem Zusammenhang einen nicht zu unterschätzenden
Beitrag. Dr. Krings forderte Waldbesucher dazu auf, die Bedürfnisse
der Natur zu achten. Hunde sollten nur angeleint spazieren geführt
werden, um eine Beeinträchtigung des Wildbestandes zu vermeiden.
Außerdem sei ein Verzicht auf das Rauchen im Wald vonnöten,
um die Gefahr von Bränden auszuschließen, die sich gerade
in den Sommermonaten auch im Unterholz entwickeln könnten.
Schließlich forderte der CDU-Politiker jugendliche Mountainbikefahrer
auf, sich ihrer Verantwortung für eine gesunde Entwicklung
des Waldes bewusst zu sein.
Angesprochen auf die Waldschadenssituation führte Dr. Paul
Nothers aus, bedingt durch Klimaveränderungen sei ein vermehrtes
Auftreten tierischer Schädlinge zu beobachten, die bei den
in Krefeld verbreiteten Laubbäumen die Blätter abfräßen.
Ein Problem insbesondere für die Krefelder Eichen stelle der
schwankende Grundwasserstand dar, der sich aufgrund von Wasserentnahme
und Rheinerosion ergebe. Die hier zu beobachtenden Wasserstandshöhenunterschiede
wirkten sich auf die Wurzelfeinstrukturen von Eichen nicht günstig
aus. Dr. Nothers erläuterte, dass er bei Neubepflanzungen
grundsätzlich eine Setzung von urwüchsigen einheimischen
Baumarten befürworte. So seien beispielsweise bei der am Niederrhein
beheimateten Esche kaum Schäden zu beobachten.
Als weitere Herausforderung beschrieb Dr. Nothers die Versauerung
des Bodens, die aufgrund von jahrzehntelangen Ablagerungen insbesondere
auf Sandböden zu beobachten sei. Diese Versauerung führe
zum Absterben von Pflanzen, die keine sauren Böden vertrügen.
Dr. Nothers lobte in diesem Zusammenhang Bemühungen der Stadt
Krefeld zur Bodenkalkung, die zwar nur langfristig Wirkung entfalten
könnten und mit erheblichem finanziellen Aufwand verbunden
seien, aber für die Erreichung des Zieles eines effektiven
Naturschutzes nicht unterlassen werden dürften.
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