Die nichtdeutschen Krefelder haben einen neuen Ausländerbeirat
gewählt, mit einer sehr geringen Wahlbeteiligung von 11,69
Prozent. Wer den 15. Sitz im Gremium einnehmen wird, muss erst
ermittelt werden und wird bei der öffentlichen Sitzung des
Wahlausschusses am 25. November festgestellt.
Insgesamt 21 195 nichtdeutsche Krefelder waren aufgefordert, insgesamt
15 Mitglieder für den neuen Ausländerbeirat zu wählen.
Zur Auswahl standen insgesamt 35 Personen, die Einzelbewerberin
Ana Maria Butzen, der Einzelbewerber Ante-Dragan Franjicevic und
die Liste Islam-Türk-KR mit 18 Personen sowie die Demokratische
Internationale Liste mit 15 Personen. Insgesamt 65,66 Prozent der
Wähler sprachen sich für die Liste Islam-Türk-KR
aus, 17,84 Prozent erhielt die Demokratische Internationale Liste.
Die Einzelbewerberin Ana Maria Butzen konnte 11,47 Prozent der
Stimmen auf sich vereinigen, Ante-Dragan Franjicevic erhielt 5,02
Prozent.
Die Sitzverteilung berechnet sich genau wie bei der Kommunalwahl
nach dem Verfahren Hare-Niemeyer, das heißt nach den mathematischen
Proportionen der Stimmanteile zu den verfügbaren Sitzen. Gewählt
wurden demnach Ana Maria Butzen, Ante-Dragan Franjicevic und von
der Liste Islam-Türk-KR: Halide Özkurt, Adnan Özdemir,
Sahisen Yilmaz, Serdal Altuner, Mehmet Demir, Bilal Zengin, Mesut
Elmar, Hatice Yakut, Mahmut Hacihüseyinoglu und Mustafa Yüce,
sowie von der DIL (Demokratische Internationale Liste): Mustafa
Pacaci-Wartenberg und Basri Cakir. Wer den 15. Platz im Gremium
erhält, muss noch errechnet werden.
Die Wahlbeteiligung war mit 11,69 Prozent sehr gering, nur 2 477
Wahlberechtigte kamen zu den Urnen. In den 16 Wahllokalen im Stadtgebiet
wurde zügig ausgezählt, das vorläufige Endergebnis
wurde bereits um 18.22 Uhr ermittelt und sofort von Oberbürgermeister
Gregor Kathstede den Anwesenden bei der Wahlergebnispräsentation
im Rathaus übermittelt.
Das endgültige Ergebnis wird der Wahlausschuss in seiner öffentlichen
Sitzung am Donnerstag, 25. November, um 15 Uhr im Rathaus feststellen.
Der Ausländerbeirat wird für eine Amtsdauer von fünf
Jahren gewählt. Er wirkt nach Maßgabe der Gemeindeordnung
Nordrhein-Westfalens beratend an den kommunalpolitischen Entscheidungsprozessen
der Stadt mit, soweit dabei die besonderen Interessen der Nichtdeutschen
Einwohner berührt werden. Er vertritt damit die besonderen
Interessen der nichtdeutschen Krefelder, die sich aus der ethnischen,
sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Stellung der ausländischen
Bürger ergeben. Er fördert das Hineinwachsen der in-
und ausländischen Bevölkerung in eine gemeinsame Gesellschaft
und setzt sich für das gleichberechtigte Zusammenleben von
Deutschen und Ausländern und somit für ihre rechtliche
und soziale Gleichstellung ein. Er tritt aber auch für die
Erhaltung und Schaffung von Freiräumen ein, die die Entwicklung
einer eigenen kulturellen und religiösen Identität zulassen.
Außerdem soll der Ausländerbeirat zu Fragen, die ihm
vom Rat, einem Ausschuss, einer Bezirksvertretung oder vom Bürgermeister
vorgelegt werden, Stellung nehmen. |