Nicholas Hennings beim Jugendlandtag 2015

Als Nicholas Hennings sich für eine Teilnahme am Jugendlandtag 2015 bewarb, wusste er noch nicht genau was ihn erwartete. Der 16-Jährige Schüler interessiert sich schon seit längerer Zeit für Politik. Doch wie Politik aktiv gestaltet wird und wie aus der politischen Idee einer Partei eventuell ein Gesetz werden kann, das wollte sich Nicholas genauer ansehen. Möglichkeit dazu bekam er jetzt beim siebten Jugendlandtag im nordrhein-westfälischen Landesparlament. Nicholas bewarb sich bei dem Landtagsabgeordneten Winfried Schittges, der wie alle 237 Abgeordneten des Landtags NRW einen jungen Menschen als Vertreter in den Jugendlandtag schicken konnte. Winfried Schittges unterstützte die Idee des Jugendlandtags auch in diesem Jahr wieder und freute sich über die Bewerbung von Nicholas Hennings. So konnte der Schüler, der die 11. Klasse des Krefelder Arndt Gymnasiums besucht, vom 11. bis zum 13. Juni Platz im Landtag auf dem Stuhl des CDU Politikers nehmen. Der Jugendlandtag soll den jungen Politiker-Aspiranten, zwischen 16 und 20 Jahren, die Abläufe parlamentarischer Arbeit in einer repräsentativen Demokratie näher bringen. Ob man Schüler, Auszubildener, Student oder Bundesfreiwilligendienstler ist, spielt dabei keine Rolle. Die Jugendlichen sollen, genau wie die Abgeordneten auch, ein breites Spektrum abdecken. In den drei Tagen im Juni 2015 lernten die jungen Abgeordneten dann sowohl die Arbeit in den Fraktionen als auch die lebhaften Diskussionen in den Fachausschüssen kennen, um dann zum Abschluss im Plenum über die verschiedenen Anträge der Fraktionen und Ausschüsse zu diskutieren. Nicholas schildert seine Eindrücke der Sitzungen als sehr lebhaft. „Obwohl man sich vorher nicht kannte und die Zeit knapp war, konnten wir ausgiebig diskutieren und sind aber auch zu Ergebnissen gekommen.“ Als besonders lehrreich bezeichnet Nicholas die Ausschusssitzungen. „Im kleinen Rahmen konnte man hier besser argumentieren und so zu fundierte Lösungen kommen.“ Interessant, so berichtet der Schüler, sei gewesen, dass man sich auch parteiübergreifend recht harmonisch auf Anträge einigen konnte. Nur die jungen Abgeordneten der Piraten hätten immer wieder quer geschossen. Winfried Schittges MdL Um die Themen für die Anträge in den drei Tagen nicht zu weit zu fassen, hatten die Teilnehmer des Jugendlandtages bereits im Vorfeld der Sitzungen unter Hilfe des „echten“ Jugendausschusses des Landtags zwei Themen ausgewählt, über die diskutiert werden sollte. Nicholas wusste also schon, dass ihn Debatten zu den Themen „Vergabe von Studienplätzen gerechter gestalten“ und „Mehr für das Leben – Alltag in der Schule lernen“ erwarten würden. Zu letzterem Thema gab es dann auch die meisten Anträge. Quer durch die Fraktionen fand der Antrag gegen Ende eines jeden Schuljahres eine Projektwoche zu Alltagsfragen einzuführen, breite Zustimmung. In den unteren Stufen soll dann über gesunde Ernährung und die richtige Verarbeitung von Lebensmitteln gesprochen werden, während in den oberen Stufen, gerade an Gymnasien und Gesamtschulen, Grundlagen in dem Bereich „Mietrecht – die erste eigene Wohnung“ und wie man eine Steuererklärung richtig macht vermittelt werden sollen. Insgesamt ist Nicholas von den drei Tagen im Landtag begeistert und würde jederzeit wieder teilnehmen.

Gleich im Anschluss reiste er auf Einladung der Bundestagsabgeordneten Kerstin Radomski nach Berlin, um sich nach Erkundung der parlamentarischen Arbeit auf Landesebene, auch das politische Geschehen im Bundestag für drei Tage anzuschauen. Auch Winfried Schittges ist zufrieden mit dem siebten Jugendlandtag in NRW und räumte gerne seinen Platz im Plenarsaal für den 16-Jährigen Schüler. „Ich habe großes Interesse, die Jugendlichen für die politische Arbeit zu begeistern. Wir brauchen junge Menschen, die sich für die Politik interessieren und bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Es gibt genug, die das gerne möchten und die mit einer Institution wie dem Jugendlandtag Gelegenheit haben, politische Luft zu schnuppern.“

Wichtig, so der 68-jährige Abgeordnete weiter, sei, dass die „Jugend“ auch über Schule und Studium hinaus weiter politisch engagiert bleibt. Nicht nur auf der Bundes- und Landesebene bräuchte es politischen Nachwuchs, Schittges betont auch, dass ein verantwortungsbewusster politischer Einsatz auf kommunaler Ebene nicht unterschätzt werden darf. „Wenn nur eine Handvoll der Teilnehmer bereit ist, dauerhaft politisch aktiv zu bleiben, haben wir viel erreicht.“

14.06.2015