Moderationsverfahren zum Thema "Westwall"

Eigentlich ist es bereits entschieden, doch seit Wochen wird der Streit um den Karlsplatz leidenschaftlich fortgeführt: Soll der Verkehr vor dem frisch sanierten Museum fließen wie bisher? Oder lieber nur auf einer Seite – einspurig oder gegenläufig? Oder sollte der Platz nicht doch lieber ganz gesperrt werden?

 

Der Vorsitzende des Ausschusses für Bauen, Wohnen und Mobilität, Ratsherr Jürgen Wettingfeld (CDU), hat die Bedenken der Bürgerschaft ernst genommen und trotz des bestehenden Ausschussbeschlusses, gegen den die CDU-Ausschussmitglieder frist- und formgerecht Einspruch eingelegt hatten, am Montagabend zur Diskussion in das Kaiser-Wilhelm-Museum eingeladen. Gut 40 Vertreter verschiedener Gruppierungen und der Krefelder Parteien bevölkerten das Museums-Café, um ihre Positionen zur Verkehrssituation am Museum zu verteidigen. Keine leichte Aufgabe für den Moderator Robert Hein und den Ausschussvorsitzenden Jürgen Wettingfeld. Zu unterschiedlich schienen die Positionen im Vorfeld für einen Konsens, ja selbst für eine gütliche Annäherung.

 

Nach einer kurzen Einführung ins Thema durch Jürgen Wettingfeld erhielten die Gäste das Wort. Aufgefordert waren sie zu kurzen Stellungnahmen, die möglichst neue Aspekte in die Diskussion einbringen. Doch schnell wurde deutlich: Zu emotional geladen ist das Thema. Und so kamen erneut die Nöte mancher Anwohner aus dem Umfeld zur Sprache, die eine hohe Verkehrsbelastung fürchten, die Hoffnungen anderer Anwohner und weiterer Bürger, die sich einen lebendigen Platz ohne Verkehr wünschen, Bedenken der Behindertenverbände, Einwände der Vagedes-Verfechter, die für den Erhalt der vier Wälle plädieren, und dergleichen mehr. Museumsleiterin Katia Baudin erinnerte daran, dass Kultur ein entscheidender Faktor der Stadtentwicklung sei. „Wir sind ein Bürgermuseum. Mir ist es wichtig, ein Willkommensgefühl zu vermitteln“, plädierte sie für eine echte Platzsituation vor dem Museum.

 

Eine schwierige Ausgangslage für die anschließend vorgesehenen Arbeitsgruppen also, die nach dem Zufallsprinzip zusammengestellt wurden. Schnell entstanden an den Tischen lebhafte Diskussionen. Lebhaft, aber auch fair – und so raufte man sich zusammen, um letztlich präsentable Ergebnisse vorweisen zu können.

 

Überraschend dabei – trotz aller bleibenden Unterschiede: Ein Großteil der Anwesenden wünschte sich einen verkehrsberuhigten Platz, teils sogar über die bisher geplanten Grenzen hinaus. Manch einer der Schließungsgegner signalisierte sogar, nicht für alle Zukunft gegen einen für den Verkehr gesperrten Platz zu sein. Zuvor müsse aber auf jeden Fall eine vernünftige Verkehrsplanung her, die zumindest auch das Umfeld, wenn nicht sogar die Auswirkungen auf die gesamte Innenstadt untersuche.

 

Weitere Knackpunkte, die sich herauskristallisierten, waren zum Beispiel der erwartete Busverkehr durch Museumsbesuche und das Problem sicherer Querungshilfen für Sehbehinderte und ältere Menschen. Sympathien erhielt zudem der Vorschlag, den Platz zwar zu schließen aber den östlichen Wall des Platzes für einen Zwei-Richtungs-Verkehr herzurichten.

 

Zum Schluss konnte Jürgen Wettingfeld zufrieden resümieren, dass er viele interessante neue Aspekte mit auf den Weg bekommen habe. „Diese Anregungen werden wir in den politischen Prozess einbringen“, versprach er: „Insbesondere die zur Recht aufgeworfenen Fragen zu einem ganzheitlichen Verkehrskonzept für die Krefelder Innenstadt müssen geklärt werden.“

 

Die Präsentation des Vorsitzenden des Ausschusses für Bauen, Wohnen und Mobilität kann unter dem folgenden Link aufgerufen werden:

 

https://drive.google.com/file/d/0BzS2i6RKwhwbTkN1MnNEM1NxX2wxeEM3MjlBY3Foa3ZmZUFF/view?usp=sharing

 

 

25.10.2016