Mitteilung der KPV und der MIT Krefeld zur Exkursion nach Amsterdam

Amsterdam war Ziel einer gemeinsamen Exkursion der Kommunalpolitischen Vereinigung

(KPV) und der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) der CDU Krefeld, an der unter

der Leitung des Krefelder KPV-Kreisvorsitzenden und CDU-Sprechers im Ausschuss für

Bauen, Wohnen und Mobilität der Stadt Krefeld, Manfred Läckes, und der Architektin Claudia

Schmidt rund dreißig interessierte Mitglieder sowie Gäste aus Politik und Verwaltung,

Bürgerschaft und Wirtschaft der Stadt Krefeld, darunter auch der Krefelder Bau- und

Planungsdezernent Martin Linne und der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Krefelder

Bürgervereine (AKB), Manfred Grünwald, teilnahmen.

Thema der Exkursion war die Transformation einer heruntergekommenen und vollgeparkten

(Innen-)Stadt zu einer lebendigen und liebenswürdigen Metropole mit hoher Lebensqualität.

Dabei ging es um den Erhalt und die Restaurierung abbruchreifer Häuser sowie den Bau

neuer Stadthäuser als ‘Zement’ der Stadt. Hinzu kamen Erläuterungen, mit welchen

Instrumenten und Strategien die Entwicklung guten öffentlichen Raumes gesteuert werden

kann. Dargestellt wurden ferner die Schwerpunkte der Mobilitätsstrategie bis 2030, und was

man in Amsterdam unter einer 'attraktiven und erreichbaren Innenstadt’ versteht. In

verschiedenen Stadterweiterungsprojekten wurde die Frage nach der räumlichen Qualität

diskutiert: was wäre ein Rezept für lebens- und liebenswerte Wohngebiete? Außerdem stand

en das Unesco-Weltkulturerbe der Grachten, Stadterweiterungsprojekte,

Architekturensembles und ikonische Solitäre auf dem Programm. Erläuterungen gaben

neben der aus Krefeld stammenden und in Amsterdam als Architektin tätigen Claudia

Schmidt weitere orts- und fachkundige Experten aus Amsterdam.

Zum Auftakt wurden den Besuchern aus Krefeld im „Architecturzentrum“ Amsterdam in der

Nähe des Schiffahrtmuseums Architekturmodelle aktueller Stadtentwicklungsrojekte

vorgestellt. Danach erläuterte der Programm-Manager der Stadt Amsterdam, Dr. Rob

Smiers, die Schwerpunkte der Amsterdamer Mobilitätsstrategie: „Mobilität und Transport sind

entscheidend dafür, dass eine Stadt richtig funktioniert. Amsterdam gilt als die

Welthauptstadt des Radfahrens. Amsterdam ist mit dem Fahrrad unterwegs und in der

Innenstadt liegt der Anteil des Fahrradverkehrs bei 62 Prozent.“ Auch Carsharing und

Elektromobilität hätten sich in Amsterdam sehr positiv entwickelt. Dies zeige, dass innovative

Ideen und Konzepte dazu beitragen könnten, die Zugänglichkeit der Stadt zu verbessern.

Die Krefelder zeigten sich sehr beeindruckt von der gut ausgebauten Amsterdamer

Fahrradinfrastruktur, die zwar nicht so ohne weiteres auf Krefeld übertragbar, aber in den

Ansätzen und im Sinne einer fahrradfreundlichen Weiterentwicklung Krefelds durchaus

nachahmenswert sei.

Anschließend ging es „per pedes“ zu einer Baustelle der privatwirtschaftlich tätigen

Stadtreparaturgesellschaft „stadshersel amsterdam“. Dort spannte Paul Morel, der Direktor

der Organisation, den Bogen von Verfall, Stadtflucht und Problemimmobilien zum Unesco-

Weltkulturerbe. Die Stadtreparaturgesellschaft Amsterdam strebe durch ihre Aktivitäten eine

maximale Rendite von fünf Prozent an, investiere die erwirtschafteten Überschüsse komplett

in neue Projekte und alle Immobilien blieben im Besitz der Stadtreparaturgesellschaft, wie

Paul Morel erläuterte.

Es folgte eine mehrstündige Bootsfahrt durch den Jordaan, der in den 60er Jahren beinahe

abgerissen worden wäre, und weiter zum Pontsteiger und den Houthavens, einem neuen

Stadtteil im Anbau (2700 Wohnungen, 2022). Von dort ging es weiter am Westerdok (1100

Wohnungen, 2009) entlang über das Oosterdok (mixed use, 2010) zum Oostelijk

Havengebied (KNSM/Java, Sporenuirg, Borneo: 9000 Wohnungen, 1997) bis zum Ausstieg

an der Jan-Schaefer-Brücke. Nach einem Spaziergang über das Java Eiland - mit einem

kleinen Abstecher bis zum ikonischen Pireusplein - ging es mit der Fähre vom Azartplein ans

industrielle nördliche Ufer des IJ (das IJ war ursprünglich ein Meeresarm der Zuiderzee in

Nordholland und ist heute von dieser abgetrennt; es trennt die Amsterdamer Innenstadt von

Amsterdam Nord), bevor die Krefelder/innen am Abend - nach einem Imbiss in einer

ehemaligen Garage, die gastronomisch genutzt wird, gestärkt und zufrieden mit vielen

interessanten Eindrücken die Rückreise nach Krefeld antraten.

In seinem Resümee zeigte sich KPV-Chef Manfred Läckes sehr zufrieden mit dem Verlauf

der Exkursion. Auch wenn Amsterdam und Krefeld - allein von der Größe her - nicht

vergleichbar seien, könne Amsterdam als „Innovationsstadt“ jedoch in manchen Bereichen

„ein Vorbild für Krefeld“ sein. Das gelte insbesondere für die Arbeit der sog.

Stadtreparaturgesellschaft, die es sich als privatwirtschaftlich tätige Aktiengesellschaft zur

Aufgabe gemacht habe, sogenannte „Problemimmobilien“ aufzukaufen, unter Beachtung des

Denkmalschutzes zu sanieren und zu modernisieren, um diese anschließend für Gewerbeund

Wohnzwecke wieder nutzbar zu machen. Der Krefelder CDU-Politiker kann sich

durchaus vorstellen, dass nach dem Vorbild von „Stadsherstel Amsterdam“ auch in Krefeld

eine „Stadtreparaturgesellschaft“ mit öffentlicher und privater Beteiligung entsteht, die sich

den zahlreichen Krefelder „Problemimmobilien“ in ebenso wirksamer wie unkonventioneller

Art und Weise wie „stadsherstel“ in Amsterdam widmen könnte, so Manfred Läckes: „Eine

gute Idee, die wir in Krefeld möglicherweise umsetzen sollten.“ Dabei könne man sich auch

die Erfahrungen der Montag-Stiftung, die in Krefeld die „Alte Samtweberei“ übernommen und

saniert habe, zu Nutze machen, die sich mit Leidenschaft und Augenmaß für die Entwicklung

einer humanen Gesellschaft einsetze, indem sie in sozialer Verantwortung handele und

gestalte.

Im Bild: Mitglieder und Gäste der KPV und der MIT Krefeld, die unter Leitung von KPV-Chef

Manfred Läckes (3.v.l.) im Rahmen ihrer Exkursion nach Amsterdam u.a. die

Stadtreparaturgesellschaft „Stadsherstel“ besuchten, deren Aufgabe, Arbeit und Zielsetzung

der Direktor der Organisation, Paul Morel (links neben dem Baustellenschild/5.v.l.), den

interessierten Besuchern, darunter auch die Architektin Claudia Schmidt (rechts neben dem

Baustellenschild/1.v.l.), der Krefelder Bau- und Planungsdezernent Martin Linne (rechts

neben dem Baustellenschild/4.v.l.) und der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Krefelder

Bürgervereine (AKB), Manfred Grünwald (rechts neben dem Baustellenschild/5.v.l.),

erläuterte.

22.05.2018