Integration und Arbeitsmarkt

„Die Stadt muss in ihrem Rahmen mehr tun, damit Bleibeberechtigte und Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt einbezogen werden. Für uns als CDU liegt hier ein zentraler Schlüssel zur Integration“, so Ratsfrau Simone Roemer, integrationspolitische Sprecherin der Krefelder CDU-Ratsfraktion. Es gibt hier ein Modellprojekt der Bundesagentur für Arbeit, das seit Anfang 2014 läuft. Leider ist Krefeld nicht unter den teilnehmenden Kommunen. Wir sehen uns deshalb nach möglichen Alternativen um“, sagt Simone Roemer. So habe in Krefeld das Bildungszentrum der Kreishandwerkerschaft Niederrhein (BZNR) mit Unterstützung der Stadt Krefeld ein Arbeitsmarkt-Projekt für Flüchtlinge entwickelt und im Februar 2015 beantragt. Wir hoffen nun auf eine Förderung aus dem ESF-Bundesprogramm "ESF-Integrationsrichtlinie Bund", erklärt Simone Roemer und will sich dafür einsetzen, dass das Projekt genehmigt und umgesetzt wird. Der Europäische Sozialfonds (ESF) ist ein arbeitsmarktpolitisches Förderinstrument zur Unterstützung der Menschen in Europa. 

 Zur Information: Antrag der BZNR gGmbH nach der ESF-Integrationsrichtlinie Bund: „Integration von Asylbewerbern und Flüchtlingen (IvAF)“ Geplantes Projekt: Integration durch Handwerk und andere Berufe Ort der Durchführung: Stadt Krefeld (BZNR), Viersen (Diakonie) Beginn und Dauer: 01.07.2015 bis 30.06.2019 Zielgruppe: Flüchtlinge und Asylbewerber vorwiegend zwischen 18 und 45 Jahren Ziel: Vermittlung in Schule, Ausbildung oder Arbeit Einstieg: Jederzeit möglich Geplante Aktivitäten: Aufsuchende Arbeit durch einen Streetworker in Flüchtlingsheimen, berufliche und soziale Beratung vor Ort durch Sozialarbeiter, Qualifizierung in Gewerken durch Fachanleiter (Metall, Maler, Körperpflege, Gastronomie, Alten- und Krankenpflege), Berufsbezogener Deutschunterricht, Block-Qualifizierung zu berufs- und gesellschaftsrelevanten Themen, Erfassung von Qualifikationen, Potentialen und Bewerbungstrainings, Vermittlung und Begleitung in Praktika. Anzahl der Teilnehmerplätze jährlich: 60 in Krefeld und 20 in Viersen, davon in Krefeld: 30 Teilnehmer – Beratung und themenspezifische Qualifizierung ohne tägliche Teilnahme am Projekt; 30 Teilnehmer – intensive Beratung und Qualifizierung in Gewerken mit täglicher Anwesenheit (teilweise – Schulunterricht in Berufskollegs Vera Beckers und Glockenspitz) Kooperation mit: Sozialamt, Jobcenter, Agentur für Arbeit, Kommunales Integrationszentrum, Stadt Krefeld, Caritas: Fachdienst für Integration und Migration, Flüchtlingsrat, Arbeitskreis für Zuwanderung und Integration, Migrantenselbstorganisationen, Diakonie Krefeld&Viersen, Kreishandwerkerschaft Niederrhein, SaveMe-Kampagne, Berufskolleg Glockenspitz, Berufskolleg Vera Beckers.

 Interessant ist für die CDU auch eine Initiative des Netzwerks „Chance – Bleiberecht am Rhein“ für Köln, Bonn und Düsseldorf, an dem sich federführend das Jobcenter Köln beteiligt. Simone Roemer: „Das Netzwerk hilft Bleibeberechtigten und Flüchtlingen aller Altersgruppen, dauerhaft in Arbeit zu kommen. Angeboten werden Fördermaßnahmen von Beratung bis Qualifizierung. Ziel ist es, dass die Menschen finanziell auf eigenen Füßen stehen können und ein dauerhaftes Bleiberecht erhalten. Die CDU wird in der nächsten Integrationsratssitzung am 3. März 2015 beantragen, dass das Projekt dem Gremium vorgestellt wird. Vielleicht bietet sich für die Stadt die Möglichkeit, da ebenfalls mitzumachen.“

Zur Information: Das Netzwerk „Chance - Bleiberecht am Rhein - Netzwerk Flüchtlinge und Arbeit" unterstützt seit dem 01.11.2010 Bleibeberechtigte und Flüchtlinge aller Altersklassen bei der Integration in Arbeit. Das Netzwerk besteht aus dem Projektträger Jobcenter Köln und einem Kooperationsverbund aus weiteren Trägern zur beruflichen Bildung und arbeitsmarktlichen Integration, Institutionen und Behörden des Arbeitsmarktes, der Flüchtlingshilfe und einigen Wohlfahrtsverbänden. Das Netzwerk bietet Bleibeberechtigten und Flüchtlingen eine passgenaue Förderung, die zum Ziel hat, diese dauerhaft in Arbeit zu integrieren, so dass sie finanziell unabhängig werden und ein dauerhaftes Bleiberecht erhalten. Im Rahmen dieser Förderung werden unter anderem eine auf den Arbeitsmarkt bezogene Beratung, berufliche Orientierung, betriebliche Trainingsmaßnahmen und berufliche Qualifizierungen angeboten. Des Weiteren wird durch Kooperationen mit Unternehmen und Betrieben die Integration von jugendlichen und erwachsenen Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt gefördert.

21.03.2015