Entwicklung des Krefelder Hafens, insbesondere Trailerport

Ergebnisse eines Bürgergesprächs vom 12.7.2018 der CDU Oppum/Linn

Die Geschäftsführerin der Hafengesellschaft, Frau Lehnen, informierte im Rahmen eines Bürgergesprächs der CDU Oppum/Linn am 12.7.2018 über die hafenseitig geplanten, derzeit noch geprüften Entwicklungsvarianten für den Trailerport an der Carl-Sonnenschein-Straße in Linn. Dabei wurden die beiden Planalternativen, die sogenannte "kleine Lösung" mit einer avisierten Anlieferung der Güter von der Straße auf die Schiene über die Carl-Sonnenschein-Straße sowie die sogenannte "große Lösung" mit einer Anlieferung der Güter über eine parallel zur B 288 geführten Straße (analog der im Rahmen des TTK geplanten Zuwegung), vorgestellt. Bei der umfassenden Diskussion mit den Bürgern ergaben sich Fragen und Anregungen, die festgehalten wurden und nachfolgend dargestellt werden:

- Sind bei einem von der Hafengesellschaft im Rahmen der "kleinen Lösung" angenommenen größeren Verkehrsaufkommen durch (weitere) 12 LKW pro Stunde (!) die Kapazitäten der Carl-Sonnenschein-Straße und des Zufahrtswegs auf das Trailerport-Gelände nicht längst überschritten? Wäre in diesem Fall eine Umwidmung des Wohngebietes in ein Gewerbe- oder sogar Industriegebiet nötig bzw. faktisch gegeben?  Wäre ein Ausbau/Umbau der Carl-Sonnenschein-Straße zu erwarten und wenn ja in welcher Form? Wie würde dem größeren Lärmaufkommen durch an- und abfahrende bzw. parkende und wartende LKW einerseits und andererseits durch den an- und abfahrenden Individualverkehr der steigenden Zahl pendelnder Arbeitnehmer begegnet werden? Wie würde den Interessen der dortigen Anwohner (nichr nur auf der Carl-Sonnenschein-Str., sondern auch im näheren Umfeld, etwa am Türkenbruch, Am Plänksken, St.-Mathias-Str.), insbesondere in Bezug auf die zu erwartende höhere Feinstaubbelastung, die Bedrohung durch umzuschlagende und lagernde Gefahrgüter sowie das erhöhte Verkehrs- und Larmaufkommen und den damit verbundenen Gefahren für Fußgänger, Fahrradfahrer, spielende Kinder Rechnung getragen?

- Werden auch zusätzliche Folgekosten der Stadt bei der Umsetzung einer vermeintlich kostengünstigeren "kleinen Lösung" bei der Planung und Kostenkalkulation berücksichtigt, insbesondere Infrastrukturkosten etwa für Straßeninstandhaltung bei Verschlechterung des Straßenzustands im gesamten Umfeld des Trailerports infolge der erhöhten LKW-Nutzung?

- Wie wird dem Interesse der dort angesiedelten Kleingärten insbesondere im Hinblick auf die zu erwartenden Immissionen (Feinstaub, Lärm, Verkehr) Rechnung getragen?

- Wie soll bei einer avisierten 24stündigen Nutzung des Trailerports an sieben Tagen in der Woche die nächtliche Benutzung in Rücksicht auf die Nachtruhe der Anwohner ausgestaltet sein?

- Auf welche Weise kann eine Unterbringung der LKW-Fahrer, die bei Anlieferung ihre Lenkzeiten überschritten haben und infolgedessen pausieren müssen, sichergestellt werden, ohne mit im gesamten Umfeld des Trailerports parkenden LKW rechnen zu müssen?

- Müsste die Stadt vor dem Hintergrund der oben dargestellten, berechtigten Einwände nicht bereit sein, der Hafengesellschaft bei der Umsetzung der "großen Lösung" planerisch und finanziell entgegenzukommen, egal was dies kostet?

- Beabsichtigt die Stadtverwaltung den Bau des Kreisverkehrs an der Floßstraße mit den Planungen der Hafengesellschaft abzustimmen, so dass die Nordanbindung des Hafens in jedem Fall in Betrieb genommen werden kann, bevor der neue Trailerport in Betrieb ist?

- Kann die Stadt sich für den Fall vorstellen, dass eine "große Lösung" entlang der B 288 aus welchen Gründen auch immer nicht umsetzbar sein sollte, eine Lösung derart zu finden, dass eine direkte Zufahrt von der B 288 für den Verkehr zum Trailerport (ähnlich der Ausfahr weiter östlich zur Düsseldorfer Str.) oder über einen Kreisverkehr an der Kreuzung Bruchfeld / B 288 gebaut wird?

- Wird das Projekt konstruktiv von Seiten der Stadtverwaltung begleitet, so dass auch stadtplanerische Alternativlösungen zu den hafenseitig vorgestellten Plänen erwogen werden, etwa ein Bau des Trailerports an ganz anderer Stelle z.B. in Fichtenhain oder anderswo, von wo aus ein Gütertransport in den Hafen erfolgen kann? Welche Vorstellungen hat die Stadt diesbezüglich bereits entwickelt?

Die Ratsherren Jürgen Wettingfeld (Oppum) und Stefan Galke (Linn) sicherten zu, diese Fragen und Anregungen in die politische Diskussion einzubringen. Sie befürworten beide eine Erschließung des Trailerports des Krefelder Hafens über die Floßstraße entlang der B 288.

16.07.2018