Einblicke

Ansgar Heveling MdB gibt wieder einen Einblick in die Themen und Ereignisse der vergangenen Woche vom 20.-24.04.2015:               

          
Konstruktive Aufarbeitung der Geschichte: Das Schicksal der Armenier 
Die Vernichtung der Armenier im Osmanischen Reich während des Ersten Weltkrieges war die größte und folgenschwerste Katastrophe in der mehrtausendjährigen Geschichte des armenischen Volkes. Deportationen und Massenmorde kosteten nach unabhängigen Berechnungen über einer Million Armenier und andere orientalische Christen wie aramäische, assyrische und chaldäische Christen oder Pontusgriechen das Leben. Diese Verbrechen sind durch nichts zu rechtfertigen.

Das Schicksal der Armenier nach den Ereignissen, die am 24. April vor 100 Jahren begannen, steht beispielhaft für die Geschichte der Massenvernichtungen, der ethnischen Säuberungen, der Vertreibungen, ja der Völkermorde, von denen das 20. Jahrhundert auf so schreckliche Weise gezeichnet ist. Dabei wissen wir um die Einzigartigkeit des Holocaust, für den Deutschland Schuld und Verantwortung trägt.

Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung daher auf, Gedenken und Aufarbeitung der Vertreibungen und Massaker zu unterstützen und würdigen die zunehmenden Initiativen und Beiträge hierzu aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Kunst und Kultur. Wir ermutigen die Länder und die Bundesregierung, den Geschehnissen des Jahres 1915 eine angemessene Berücksichtigung in den Inhalten und Angeboten der schulischen, universitären und politischen Bildung einzuräumen. Eine konstruktive Aufarbeitung der Geschichte ist auch als Grundlage für eine Verständigung der Türkei und ihres Nachbarn Armeniens in Gegenwart und Zukunft unerlässlich. Aus leidvoller Erfahrung wissen wir Deutschen, wie wichtig eine schonungslose Auseinandersetzung mit der in der Verantwortung der eigenen Nation begangenen Verbrechen als Basis für ein friedliches Zusammenleben der Völker ist.     


Die Vorratsdatenspeicherung kommt
Diese Koalition kann mehr, als nur den vereinbarten Politikfahrplan Schritt für Schritt und Satz für Satz umsetzen. So können wir durch die Beharrlichkeit und die klugen Vorschläge von Bundesinnenminister Thomas de Maizière jetzt endlich die lange blockierte Frage der Verbindungsdatenspeicherung auflösen. Die nun vorgelegten Leitlinien kombinieren zeitlich und inhaltlich eng begrenzte Speicherfristen mit sehr strengen Abrufregelungen. So werden die Ziele der Verbrechensbekämpfung mit hohen Standards beim Datenschutz in Einklang gebracht. Die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichtes und des Europäischen Gerichtshofes werden dabei eingehalten. Künftig werden auch in der digitalen Welt Spuren gesichert werden können, damit wir Kinderpornographie, Terrorismus und organisierte Kriminalität effektiv bekämpfen können.   


Musikmesse Frankfurt
Als Obmann für Kultur und Medien der CDU/CSU-Bundestagsfraktion habe ich vergangene Woche die Musikmesse in Frankfurt besucht. Die Musikmesse Frankfurt ist die größte internationale Messe für Musikinstrumente und Noten, Musikproduktion und -vermarktung.

Die Musikmesse spiegelt alle Sparten der Musikinstrumentenbranche wider: Ob klassische Instrumente, akustische oder elektrische Gitarren und Bässe, Blech- und Holzblasinstrumente, Schlagwerk, Tasteninstrumente, elektronisches Equipment oder Computerhard- und -software. Zusätzlich stellen alle wichtigen Verlage auf der Musikmesse aus und zeigen ihre Produkte in allen Genres von Klassik bis Jazz, Rock und Pop. Bei meinem Besuch konnte ich unter anderem mit dem Verband deutscher Musikschulen ins Gespräch kommen. 

Schlaumäuse in der Katholischen Grundschule Kaarst 
Jetzt haben es die Erstklässler der Katholischen Grundschule Kaarst schriftlich: Sie sind Schlaumäuse. Die bundesweite Tour der Bildungsinitiative „Schlaumäuse – Kinder entdecken Sprache“ von Microsoft Deutschland machte jetzt Halt an der Grundschule. Ich freue mich, dass ich dazu beitragen konnte, dass die Schule mit einem Tablet-PC sowie der neuesten Version der Schlaumäuse-Lernsoftware ausgestattet wurde.

Das Schlaumäuse-Programm unterstützt die Kinder nicht nur in Sachen Sprachentwicklung: Der frühe Umgang mit einem modernen Tablet oder PC stärkt die Medienkompetenz, die zu den Schlüsselqualifikationen in unserer heutigen Informationsgesellschaft zählen. Auch der Leiter der Schlaumäuse-Initiative, Stephan Hohmann, betonte: „Der Bildungserfolg von Kindern wird künftig in einem immer größeren Maße davon abhängig sein, ob sie kompetent mit digitalen Medien umgehen können. Hier leisten wir mit dem Sprachförderungsprogramm der Schlaumäuse seit vielen Jahren einen wichtigen Beitrag.“ 


Die Initiative steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und soll Erzieherinnen und Erzieher sowie Eltern ermutigen, für die Kinder ein sprachanregendes Umfeld zu schaffen, um deren Neugier und natürliches Interesse an der Sprache sowohl im Schul- als auch im Familien-Alltag aufzugreifen. Seit 2003 hat die Initiative mehr als 11.000 Kitas und Grundschulen mit der Lernsoftware ausgestattet.

Eine Medienpädagogin führte die angehenden Schlaumäuse in die Lernsoftware und die Nutzung des Tablets ein. Gemeinsam mit den Erstklässlern habe ich die Software gleich ausprobiert. Schulleiterin Ingrid Grochla freute sich über den Zuwachs an digitalen Medien an ihrer Grundschule, die bereits mit Smartboards in allen Klassenzimmern ausgerüstet ist. 


Besuch in der "Villa Merländer"
In der letzten sitzungsfreien Woche nutzte ich auch die Gelegenheit, die Gedenkstätte "Villa Merländer" aufzusuchen. Dort habe ich mich über die dortige Arbeit und die Ausstellung informiert und auch die einzigartigen Wandgemälde von Heinrich Campendonk besichtigt.

Die NS-Dokumentationsstelle der Stadt Krefeld wurde 1991 eröffnet und hat ihren Verwaltungssitz im Stadtarchiv. Sie verfügt dort über eine große Bibliothek mit einem inhaltlichen Schwerpunkt auf der Regionalgeschichte des Nationalsozialismus. Darüber hinaus betreut sie mit der „Villa Merländer“ einen Ort, an dem deutsch-jüdische Geschichte in besonderer Weise nachspürbar ist. Einen Besuch kann ich nur empfehlen!

Informationen finden Sie unter http://www.villamerlaender.de/ 

27.04.2015