CDU: Waldspaziergang und Waldwirtschaft

Über den Wald in Krefeld und die Krefelder Waldwirtschaft ließen sich Mitglieder und Gäste der Krefelder CDU-Ratsfraktion – darunter auch die CDU-Umweltpolitiker Dr. Stefan Galke und Heinz-Albert Schmitz – von Stadtförster Arno Schönfeld-Simon im Rahmen eines mehrstündigen Waldspaziergangs durch den Krefelder Forstwald informieren. Wie der „Chef der Krefelder Wälder“ den interessierten Waldspaziergängern erläuterte, befinden sich die Schwerpunkte der Krefelder Wälder im nördlichen Stadtgebiet. Der Wald der Stadt Krefeld verteilt sich auf vier größere Bereiche: den Hülser Berg, das Hülser Bruch, den Forstwald mit Südpark und den Stadtwald. Darüber hinaus gibt es mehrere kleine Waldbereiche, die sich über das Stadtgebiet verteilen. 


Bei ihrem „Spaziergang durch den Krefelder Forstwald“ erfuhren die Teilnehmer/innen nicht nur, dass die  Stadt Krefeld den ca. 120 Hektar großen Forstwald im Jahre 1929 von Kommerzienrat  Fritz Leendertz /Heilmann erworben hat, sondern auch, dass die ehemals vom Voreigentümer Schumacher mit Kiefern bepflanzte Heide ab ca. 1850 in einen Laubmischwald mit einzelnen Lärchen und Kiefern umgewandelt. Die Wege des historisch geprägten Forstwald laufen im südlichen Teil sternförmig auf das von Herrmann Schumacher 1838 erbaute Forsthaus zu. Hier ist heute eine Gaststätte untergebracht. Mit dem Forstwaldkonzept wurden die gesamte Geschichte aufgearbeitet und Entwicklungsmöglichkeiten aufgezeigt, die langfristig unter anderem die Erhaltung und den Schutz der Landwehr zum Ziel haben. Der angrenzende Südpark umfasst eine ehemalige Parklandschaft und Wald auf einer früheren Ziegeleianlage. Er hat neben der Erholungsfunktion eine große Bedeutung für den Wasserschutz, da sich im Südpark einige Wassergewinnungsanlagen der Stadtwerke Krefeld befinden. 


Bei der Erkundung des Forstwald unterstrich der Krefelder Stadtförster auch die allgemeine Bedeutung des Waldes für Krefeld: „Krefeld bietet mit seinen Parks, Alleen und Wäldern seinen Bewohnern vielfältige Erholungsmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe. In einem dicht besiedelten Bereich wie Krefeld ist der Wald ein wichtiges Element zur Gliederung der Landschaft und des städtischen Siedlungsraumes. Die Gesamtgemarkungsfläche der Stadt beträgt 13.725 Hektar, davon sind nach den neusten Zahlen des Statistischen Landesamtes 1.327 Hektar Wald. Dieser teilt sich auf in rund 1.064 Hektar Körperschaftswald (Kommunalwald Stadt Krefeld), 258 Hektar Privatwald und 5 Hektar Bundeswald. Damit hat Krefeld einen Waldanteil von rund 9,6 Prozent.“ 

Diese Rahmenbedingungen stellten erhöhte Anforderungen an den vorhandenen Wald gerade in Bezug auf die allgemeinen sogenannten Wohlfahrtswirkungen, wie z. B. Erholung, Klimaschutz, Wasserschutz sowie Lufteinhaltung. Darüber hinaus habe der Wald in Krefeld eine große ökologische Bedeutung, oft geprägt durch den Wechsel zwischen Wald, Landwirtschaft, Wohn- und Industriebereichen. Einen weiteren Einsatzort der Abteilung Wald und Forstwirtschaft stellt das in der Eifel gelegene Waldgut Schirmau dar. Hier können Krefelder Senioren neue Kraft schöpfen. 

Während ein Wald-Unternehmer nach dem Prinzip der maximalen monetären Gewinnerzielung arbeite, verfolge die Forstwirtschaft in Krefeld hingegen das Ziel, einen maximalen Gesamtnutzen zum Wohle der Bürger zu erreichen. Diese Zielsetzung finde sich auch im Bundeswaldgesetz und Landesforstgesetz. Der Wald hat Nutz-, Schutz- und Erholungsaufgaben. 

Die Nutzfunktionen ergeben  sich aus dem teilweisen Abschöpfen des Holzzuwachses in den Krefelder Wäldern. Der Holzverkauf unterstütze mit seinen Erlösen die Erfüllung der Schutz- und Erholungsaufgaben. Denn für die Waldgestaltung zur Förderung der Erholung und zur Erfüllung der Schutzfunktion müssten hohe finanzielle Mittel aufgewendet werden. Diese würden z.B. für die Pflege der Waldwege, den Bau von Ruhebänken, Instandhaltung der Reitwege, Biotopschutz im Wald, Bepflanzung und Pflege von Lärmschutzwällen etc. benötigt. Um diese Aufgaben erfüllen zu können, bedürfe es einer heterogenen Struktur des Waldes, die sich durch die Baumartenverteilung, Verteilung der Mischwälder, Altersdifferenzierung und Stufigkeit ausdrücke, so der Stadtförster. 



Im Bild: Mitglieder und Gäste der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Krefeld - darunter auch die CDU-Umweltexperten Dr. Stefan Galke (5.v.l.) und Heinz-Albert Schmitz (4.v.l.) - bei ihrem Rundgang durch den Krefelder Forstwald unter der fach- und sachkundigen Führung von Stadtförster Arno Schönfeld-Simon (2.v.r.).  



12.08.2016