CDU erkundet Naturschutzgebiet Latumer Bruch

Das Naturschutzgebiet Latumer Bruch war Ziel einer naturkundlichen Exkursion der Arbeitsgruppe „Umwelt, Energie, Ver- und Entsorgung sowie Landwirtschaft“ der Krefelder CDU-Stadtratsfraktion,  zu der Arbeitsgruppenleiter Dr. Stefan Galke den städtischen Landschaftspfleger Theo Malschützky begrüßen konnte, der die interessierte Gruppe sehr sach- und fachkundige per Fahrrad durch das Naturschutzgebiet führte, das sich im Südosten der Stadt Krefeld befindet und an die Stadt Meerbusch (Kreis Neuss) angrenzt. Mit dabei war auch der Leiter der CDU-Arbeitsgruppe „Bau, Planung, Stadtentwicklung, Wohnen, Demographie und Mobilität, Jürgen Wettingfeld.

 

 

Das Naturschutzgebiet Latumer Bruch sei – so Theo Malschützky – Teil des Rheinhochwasserbettes und werde geprägt durch zwei Altstromrinnen, die das Gebiet nach Norden und Westen einschließen. Die Altstromrinnen füllen sich bei Rheinhochwasser regelmäßig mit Grundwasser, das nicht abfließen kann und dienen somit dem Hochwasserschutz als Rückhalteräume. Das Naturschutzgebiet weist neben naturnahem Grünland wechselfeuchte Gräben, Erlenbruchwälder, Röhricht und Seggenbestände, Pappelwälder und Ackerflächen auf. 

Das Naturschutzgebiet Latumer Bruch sei Standort und Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten, so der Landschaftspfleger.  In den Altstromrinnen und auf den angrenzenden Wiesen haben sich nach Angaben des Experten feuchteliebende Arten etabliert. Neben Igelkolben, Klein- und Großseggen und weiteren an feuchte Verhältnisse angepassten Pflanzenarten fänden sich hier ausgedehnte Bestände der Herbstzeitlose. Andere Bereiche der Altstromrinnen sind durch naturnahe Erlenbruchwälder geprägt. Auf alten Sandschüttungen des Rheines habe sich ein Magerrasen entwickelt. Aufgrund des Vorkommens des Großen Wiesenknopfes seien hier Bestände des Ameisenbläulings, eine seltene Schmetterlingsart, anzutreffen.

 

 

Weiterhin habe der Kammmolch in den wechselfeuchten Rinnen ein ideales Habitat gefunden. Aufgrund des Vorkommens dieser beiden Tierarten sei das Gebiet des Latumer Bruches als FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitate) an die Europäische Union in Brüssel gemeldet worden. Das Gebiet sei starken Schwankungen des Grundwassers ausgesetzt. Hier mache sich die Nähe des Rheins bemerkbar. Schwankungen im Wasserstand wirkten sich auf die in den Altstromrinnen gelegenen Feuchtgebiete aus. Da insbesondere die Amphibien zur Reproduktion auf Gewässer angewiesen sind, seien mehrere Tümpel im Gebiet angelegt worden, erklärte der Landschaftspfleger den interessierten Teilnehmern aus Politik und Bürgerschaft.

 

 

Bei ihrer Exkursion stellten die CDU-Politiker fest, dass der Pflegezustand des Greiffenhorstparks in Krefeld-Linn „verbesserungsbedürftig“ sei. Das gelte auch für andere städtische Parkanlagen, die seinerzeit im Rahmen der EUROGA 2002 plus - 2. Regionale in NRW - unter gartendenkmalpflegerischen Gesichtspunkten umfassend saniert worden sind. Deshalb – so Dr. Stefan Galke und Jürgen Wettingfeld – muss für die Parkanlagen der Stadt Krefeld ein „mittelfristiger Maßnahmen- und Kostenplan“ erstellt werden, auf dessen Grundlage eine systematische Pflege und Unterhaltung der Parkanlagen vorgenommen werden solle, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts fast alle in städtischen Besitz übergingen. Sie wurden seinerzeit in einer für die damalige Zeit vorbildlichen Weise zu einem Grüngürtel ausgebaut, der bis heute das Grundgerüst des Krefelder Grünsystems bildet. Erst in den letzten Jahren wurde die Stadt Krefeld  sich ihres gartenkulturellen Erbes bewusst, „das in der heutigen Zeit sorgfältig gepflegt und erhalten werden müsse“, stellten die Ratsherren Dr. Stefan Galke, der auch Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt, Energie, Ver- und Entsorgung sowie Landschaft der Stadt Krefeld ist, und  Jürgen Wettingfeld, der auch Vorsitzender des Ausschusses für Bauen, Wohnen und Mobilität der Stadt Krefeld ist, fest und kündigten eine entsprechende Initiative ihrer Fraktion an. 

 

Zur Information: Das Naturschutzgebiet Latumer Bruch zeichnet sich durch seine Abgeschiedenheit aus. Es existierten keine das Gebiet querenden Wege. Von Norden (Krefeld-Linn) kommend, erreicht man über den Lohbruchweg die innerhalb des Naturschutzgebietes gelegene westliche Altstromrinne. Anschließend gelangt man auf den Talweg, der westlich des Naturschutzgebietes in der Feldflur verläuft. Kurz hinter dem am Talweg gelegenen Haus kommt man über einen Fußweg in das Naturschutzgebiet. Die Altstromrinne mit einem artenreichen Erlenbruchwald präsentiert sich im Frühjahr in leuchtendem Gelb, hervorgerufen durch ausgedehnte Sumpf­irisbestände (Iris pseudocarpus) und seltene Sumpfdotterblumen (Caltha palustris). Danach gelangt man auf eine Wiese, die sich im Frühling mit Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis) überzieht.

 

 

 

 

Im Bild (v.l.n.r.): Hubert Jeck vom Bürgerverein Krefeld-Linn, die CDU-Ratsherren Dr. Stefan Galke, Jürgen Wettingfeld und Landschaftspfleger Theo Malschützky.

24.07.2016